Mit Bürgermeister Schmidt auf Entdeckungstour: Burg Berwartstein und Wildpark Silz

 

Lange mussten die angemeldeten Kinder auf diesen heißbegehrten Programmpunkt der Kinderferientage warten.

 

Am 5. September war es dann endlich so weit: Voller Erwartungen auf die Erlebnistour hieß es frühmorgens am Treffpunkt für 21 Neulinger Kinder: „Plätze sichern, anschnallen und los geht’s!“

Mit drei Fahrzeugen machten wir uns auf den Weg in die Pfalz, um uns auf die Spurensuche von Rittern und wilden Tieren zu begeben.

Bei guter Laune und ohne Stau verging die knapp 1½ Stunden dauernde Fahrt wie im Flug. Auf der Autobahn erfuhren die Betreuer von den Kindern allerhand Wissenswertes rund um schnelle Autos der teuersten Marken, die Ranglisten der besten Fußballspieler der Welt und Vieles mehr. Auf dem Parkplatz angekommen, hielt die Kinder dann aber nichts mehr auf ihren Sitzen, denn alle waren aufgeregt, was sie auf der Burg erwarten würde.

 

 

Bei herrlichem Wetter hatten wir nach einem kurzen Anstieg die Burg Berwartstein erreicht und durften die Innenräume auf eigene Faust erkunden.

 

 

Was es hier alles zu entdecken gab!

 

 

Vorbei an Folter- und Waffenkammern, alten Ritterrüstungen, Steinschleuder und einem Rammbock stiegen wir hinauf zu herrlichen Aussichtspunkten.

 

 

Nach einer kurzen Vesperpause war es dann Zeit für die Burgführung mit Leon, unserem Burgführer.

 

 

Wir bestaunten den Original-Burgbrunnen und machten uns dann auf den Weg nach draußen zum ehemaligen Burgeingang, dem einzigen Weg ins Innere der Burg. Dieser „Eingang“ bestand aus einem sehr langen Tunnel, der auf natürlichem Weg (wahrscheinlich durch abfließendes Regenwasser) entstanden ist und mit 70 % Steigung nach oben führt.

 

Hier musste man damals mit einer Strickleiter hinaufklettern – allerdings nur die Männer, denn die Damen wurden mittels Seilzug und Tragekorb von ihren Herren nach oben gezogen! Bei Angriffen wurde die Strickleiter eingezogen, wodurch die Kernburg für Feinde unerreichbar war.

 

Tatsächlich war auf Burg Berwartstein auch ein legendärer Ritter zu Hause: Hans von Trotha, in der Region besser bekannt als Raubritter Trapp. Dieser war mit seinen 2,15 m Körperlänge für damalige Verhältnisse furchteinflößend groß. Bei der Burgführung erfuhren wir eine seiner Untaten:

„Der Raubritter Trapp lag im Streit mit dem Abt des Klosters Weißenburg im Elsass, dem die Burg zuvor gehört hatte. Als dieser Besitzansprüche geltend machte, staute der Ritter Trapp den Fluss, der die Stadt mit Wasser versorgte und Weißenburg hatte kein Wasser mehr. Er ließ sich jedoch dann erweichen, das Wasser zurückzugeben.“

Die Kinder dachten zuerst, dass es ja ziemlich nett von Hans Trapp war, dieser Forderung einfach so nachzugeben. Allerdings erzählte uns Leon zum Ende der Geschichte, dass der Raubritter alles Wasser auf einmal an die Stadt Weißenburg zurückgab: Er ließ nämlich den Damm einreißen und so wurde die Stadt überflutet!

Noch heute geistert Hans Trapp durch viele Sagen und Geschichten der Region. Im Elsass, wo sein Name mit besonders vielen Schauergeschichten behaftet ist, kommt in der Weihnachtszeit der Nikolaus nicht mit Knecht Ruprecht, sondern mit dem wilden Ritter Trapp, der die Kinder erschreckt.

Eine andere Gruselgeschichte erfuhren wir beim Gang durch die geheimnisvollen unterirdischen Anlagen der Burg. In den schmalen Felsgängen gibt es nur Kerzenlicht und unser Burgführer erzählte uns, dass die „weiße Frau“ dort spukt. „Die Burgfrau Barbara nämlich, die bei einem Angriff ums Leben gekommen ist, findet der Sage nach keine Ruhe und geistert manchmal mit klagenden Lauten in ihren weißen Gewändern durchs Gemäuer“.

Viel zu schnell war die Burgführung vorbei, aber die Kinder freuten sich schon auf den zweiten Teil des Programms. Wir verabschiedeten uns von Leon, stöberten noch kurz im Souvenirshop und machten uns auf den Weg zum nahegelegenen Wildpark Silz.

 

Dort war für uns die Grillhütte reserviert und Grillmeister Bürgermeister Michael Schmidt feuerte den großen Schwenkgrill an. Die Kinder schwärmten unterdessen aus uns erkundeten die Anlage - besonders angetan hatte es ihnen der Abenteuerspielplatz!

Es verwundert also nicht, dass es die Betreuer einige Mühe kostete, alle wieder „einzufangen“, damit wir gemeinsam die leckeren Grillwürste und Brötchen essen konnten.

 

 

Nachdem wir aufgeräumt und abermals alle „kleinen Entdecker“ eingesammelt hatten, machten wir uns frisch gestärkt auf zur Tour durch den Wild- und Wanderpark.

 

Los ging die tierische Runde beim Streichelgehege, wo sich freche Ziegen und kleine Häschen gerne streicheln ließen. Aufgeregt machten sich die Kinder daran, die Wölfe zu entdecken! Immer wieder liefen sie zurück zum Gehege, um einen Blick auf diese seltenen Tiere zu erhaschen.

 

Viele verschiedenen Tierarten haben wir auf dem weitläufigen Gelände gesehen! Vorbei an Wisenten, Pferden, Frettchen, Steinkautz, Uhu und Co. machten die Kinder auch manchen seltenen Fund: Knochenreste hatten es ihnen besonders angetan, aber auch wunderschöne Federn, besondere Stöcke und Wurzeln und glitzernde Steine wurden fleißig eingesammelt.

 

Allerorts gab es etwas zu bestaunen und beobachten und die Kinder wurden nicht müde, immer mehr „Schätze“ auf unserer weiteren Tour zu suchen.

 

Nicht selten begegneten wir „neugierigen Tieren“. Man höre und staune: Dam- und Rotwild haben unsere kleine Wanderung ohne Scheu begleitet – ein einmaliges Erlebnis für die 21 Kinder und Betreuer!

 

 

Alle hatten ihren Spaß daran und die Zeit im Wildpark verging wie im Flug!

 

Ganz beiläufig erfuhren wir kurz vor der Rückfahrt, dass wir ein Geburtstagskind unter uns hatten! So haben wir kurzerhand auf dem Parkplatz noch ein Geburtstagsständchen gesungen und mit „HAPPY BIRTHDAY“ gratuliert!

 

Gut gelaunt und mit vielen neuen Eindrücken, aber auch müde und erschöpft haben wir gegen 17 Uhr den Heimweg angetreten. Nachdem wir mit einiger Verzögerung durch die volle Autobahn Bauschlott erreichten, konnten die Abenteurer schließlich von ihren Eltern abgeholt werden.