Obstbaum-Hochstamm-Pflanzaktion

Von November bis April ist Pflanzzeit

Der Streuobstbau hat in Neulingen eine lange Tradition. Die Bedeutung der Streuobstbestände ist heute in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Landschaft, des Naturschutzes, des Klimas und der Erholung zu sehen. Wer alte Obstsorten pflanzt, schützt den Lebensraum vieler Tiere. In Streuobstwiesen beispielsweise sind bis zu 3000 verschiedene Tierarten zu Hause, darunter allein 37 Vogelarten – auch vom Aussterben bedrohte wie Steinkauz, Wiedehopf oder Wendehals. Baumhöhlen bieten Nistplätze für Spechte, Siebenschläfer und Fledermäuse. Das Totholz wiederum lockt Käferarten an wie Rosenkäfer oder Wimpernbock.

 

Streuobstbestände in der Flur sind wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft

Leider nehmen die Streuobstbestände immer mehr ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Aufgabe der Bewirtschaftung, fehlende Pflege und unterbliebene Nachpflanzung bei abgängigen Bäumen
  • Die Ausdehnung von Siedlungsflächen gefährdet die besonders prägenden Streuobstwiesen am Ortsrand
  • Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung

 

Wer kann mitmachen?

Jeder, der auf der Gemarkung Neulingen geeignete Flächen besitzt und bereit ist, die Bäume fachgerecht zu pflanzen und zu pflegen. Geeignete Flächen sind nicht nur Wiesen, auch auf den Ackergrundstücken können und sollten Bäume gepflanzt werden, z.B. an den Kopfenden, wo die Bewirtschaftung kaum behindert wird.

 

Was müssen Sie beachten?

  • der neue Baum braucht genügend Platz:

Für Apfel-, Birnen- und Kirschhochbäume sollte eine Fläche von mindestens 10 x 10m vorhanden sein. Zwetschgen sind etwas bescheidener (6 x 6m), Nussbäume brauchen mehr Platz.

  • beachten Sie die Grenzabstände zu Nachbargrundstücken entsprechend den Regelungen des Nachbarrechtes für Baden-Württemberg
  • als Pächter holen Sie die Zustimmung des Eigentümers ein.
  • alte Bäume, auch wenn sie nicht mehr tragen, sind ökologisch wertvoll. Vermeiden sie daher, einen alten Baum für eine Neupflanzung zu roden; besser ist es vorhandene Lücken auszufüllen.
  • wichtig ist der erste Erziehungsschnitt. Hinweise zu Pflanzung und Baumschnitt erhalten Sie bei den jeweiligen Obst- und Gartenbauvereinen (Obst- und Gartenbauverein Bauschlott, Herr Zoller, Tel. 368, Obst- und Gartenbauverein Göbrichen, Herr Rösch, Tel. 0172/7193436, Obst- und Gartenbauverein Nußbaum, Herr Rau, Tel. 0173/3085164)

 

Was kostet die Aktion für Sie?

Ein Baum kostet durchschnittlich ca. 24,00 € ohne Pflanzhilfe. Interessenten bezahlen für einen Baum 10,00 € (Quitte 12,00 €) und für eine Pflanzhilfe (Pfahl, Bindematerial, Drahthose oder Spirale) 5,00 €. Die übrigen Kosten trägt die Gemeinde.

 

Welche Obstsorten können gepflanzt werden?

Als Obstbäume in der Flur eignen sich besonders robuste, bodenständige Obstsorten (kein Tafelobst), die wenig Pflege benötigen. Alte Hochstamm-Sorten wurden oft nur regional kultiviert und sind deshalb sehr gut an die jeweiligen lokalen Standortbedingungen angepasst. Sie sind robust, brauchen wenig Pflege und widerstehen Krankheiten und Schädlingsbefall. Klarapfel oder Bohnapfel zum Beispiel vertragen auch einen Frühjahrsfrost und sind daher für raue Lagen geeignet. Feuchten, nährstoffreichen Boden braucht der Winterrambur.

 

Was müssen Sie tun?

Geben Sie den nachfolgenden Bestellzettel vollständig ausgefüllt bis 07.10.2022 (Ausschlussfrist; Bestellungen nach diesem Termin werden nicht entgegengenommen) bei der Gemeindeverwaltung Neulingen ab. Die angemeldeten Bäume werden umgehend bestellt und ausgegeben; Ort und Termin werden rechtzeitig im Amtsblatt bekanntgegeben.