Viel Platz für viel Wasser

Neu gebautes Regenrückhaltebecken bei Göbrichen soll den Bruchbach deutlich entlasten

Von einem „sehr gelungenen Bauwerk“, von einer „guten Sache“ und von einem wichtigen Schritt zur Sicherung des Grundwassers und des Umweltschutzes spricht Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt und meint damit das neue Regenrückhaltebecken, das in den vergangenen anderthalb Jahren bei Göbrichen entstanden ist.

Ortstermin am neuen Becken: Thomas Seidel, Thomas Strauß, Heinrich Furrer, Reiner Roth, Matthias Bach, Abwasserverbands-Geschäftsführerin Susanne Strauß, Planer Karsten Schmidt, Martin Schickle und Bürgermeister Michael Schmidt (von links).

Von einem Zaun umgeben und an einem Hang am Waldrand gelegen, kann es rund 7.300 Kubikmeter fassen. Gebaut hat es der Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal. Kostenpunkt: rund drei Millionen Euro. Zehn Prozent davon übernimmt das Land. „Es ist wirklich beeindruckend, was man da hingestellt hat“, sagt Schmidt und lobt die Ausführung des Bauwerks, das dort realisiert wurde, wo sich früher der Häckselplatz und die alte Kläranlage befanden. Von letzterer ist ein Regenüberlaufbauwerk übriggeblieben, das das Regenwasser der gesamten Ortslage aufnimmt. Im Normalfall wird es anschließend der Verbandskläranlage in Heidelsheim zugeführt. Sollte das Überlaufbauwerk in Folge starker Regenfälle jedoch an seine Grenzen kommen, dann wird das Wasser über einen Kanal kontrolliert in den Bruchbach in Richtung Königsbach-Stein abgegeben – und zwar mit maximal 1,6 Kubikmetern pro Sekunde. Was darüber hinausgeht, wird im neuen Regenrückhaltebecken gesammelt.

Dessen Bau hat im Frühjahr 2019 begonnen und anderthalb Jahre gedauert, unterbrochen durch eine witterungsbedingte Ruhezeit im Winter. Wo immer es ging, wurde dabei der Aushub wiederverwendet, etwa für die Dammschüttung oder die mineralische Abdichtung des Beckens. Im Dezember erfolgte die bauliche Abnahme. Seither befindet sich das Becken im Probebetrieb, der noch bis Ende April dauern wird. Läuft alles zur Zufriedenheit, kann im Anschluss an die wasserrechtliche Abnahme das Becken in den Vollbetrieb wechseln. Die Topografie sei für ein derartiges Bauwerk ziemlich schwierig gewesen, sagt Planer Karsten Schmidt von der Ingenieurgesellschaft Bioplan: „Aber es gab keinen alternativen Standort.“

Mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens ist die Arbeit jedoch nicht erledigt: Die Sanierung des Bruchbachs steht noch aus. Weil dort in der Vergangenheit große Wassermengen geflossen sind, ist es zu Beschädigungen gekommen. Im Winter ist eine Drohne über den Bachlauf geflogen und hat Daten gesammelt, mit denen anschließend ein digitales Geländemodell erstellt wurde. Ziel ist es, auf einer Länge von rund 750 Metern den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Geschehen soll das in der vegetationsarmen Zeit ab Oktober. Fertig sein will man im Frühjahr 2022. Allerdings ist das auch von den Witterungsbedingungen abhängig.

Text und Foto: Nico Roller

 

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