31. internationaler Jugendaustausch Neulingen/Rubiera - in Rubiera vom 24. bis 31. August 2013

Ein herzliches Miteinander - gelebtes Europa!
Ununterbrochen ist die Begeisterung den partnerschaftlichen Gedanken zu pflegen. Denn seit 1985 finden ununterbrochen Begegnungen/Jugendaustausche zwischen Neulingen und Rubiera statt. So war in diesem Jahr der 31. Jugendaustausch in Rubiera, Italien, welcher von Organisator Heinrich Furrer mit seinem Team mit 34 Jugendlichen durchgeführt wurde.

Ein herzlicher Empfang erwartete die Gruppe nach zehnstündiger Busfahrt im Innenhof des Rathauses im „Palazzo Sacrati" in Rubiera. Die Musikkapelle „Herberia" empfing die deutschen Gäste mit den beiden Nationalhymnen. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Lorena Baccarani wurden die Jugendlichen in die Familien eingeteilt. Neben bekannten Gesichtern sah man auch neue Familien, welche sich für den Jugendaustausch interessieren. Auch die diesjährige Begegnung wird von der Europäischen Kommission aus dem Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger" gefördert.

Am Sonntag fand ein gemeinsamer Gottesdienst in der Pfarrkirche in Rubiera statt.

Dabei wurde die Liturgie und das „Vater unser" auch in deutscher Sprache gesprochen. Der „Tag der Familie" schloss sich an. So konnten die Jugendlichen erste Einblicke in den Tagesablauf einer italienischen Familie erleben.

Am folgenden Tag gab es eine Fahrt zum Wasserkraftwerk Ligonchio in den Appenin, wo zusammen mit italienischen Jugendlichen ein Workshop bezüglich der Bedeutung des Wassers abgehalten wurde. Dabei erarbeiteten die Jugendlichen interessante Erkenntnisse. Auf der Rückfahrt konnte die wasserreichste Karstquelle der Region in Poiano, welche 700 Liter Wasser pro Sekunde mit hohem Salzgehalt ausschüttet, besucht werden. Dabei erfuhren die Jugendlichen, dass diese Gegend einst – im Trias - den Meeresgrund darstellte, und jetzt noch das Regenwasser Salze aus den angrenzenden Hügeln spült. Am Abend wurde noch ein kleines Fußballturnier veranstaltet, wobei der „Freundschaftspokal Neulingen-Rubiera" ausgespielt wurde. Dabei spielte nicht „Deutschland" gegen „Italien", sondern es wurden gemischte Mannschaften aus Jungen und Mädchen aus Rubiera und Neulingen gebildet, um miteinander um den Pokal zu spielen. Dabei erfuhr Nina Krenkel aus Göbrichen eine besondere Ehre: Sie erhielt eine Auszeichnung als einsatzfreudigster „Fußballer."

Am Dienstagmorgen erklärte Paolo Avanzi - der Organisator auf italienischer Seite - bei einer Stadtrundfahrt die wichtigsten Einrichtungen und Gebäude der Comune di Rubiera. Darunter war auch das „Corte Hospitale", welches in früheren Zeiten die Pilger, welche nach Rom wanderten, beherbergte. Bulla Vilma, die Kulturassistentin der Stadt Rubiera, versetzte die deutschen Gäste mit ihrer Führung in vergangene Zeiten.

Einen riesigen Zeitensprung machte man durch die Besichtigung der Fliesenfabrik „Rondine" in Rubiera. Die Firmenleitung gab sich große Mühe und erklärte den Jugendlichen - direkt beim Arbeitsprozess in der riesigen Halle - die Herstellung einer Fliese von Anfang bis zum Ende. Dabei imponierte vor allem der große Brennofen von 105 Metern Länge in dem die Fliesen in 40 Minuten gebrannt werden. Vier Millionen Quadratmeter Fliesen stellt die Firma „Rondine" in einem Jahr her. Dabei ist Deutschland ein großer Abnehmer. Unter anderem kann man auch die Produkte bei der Firma Hornbach in Pforzheim erwerben. Dies versetzte die Jugendlichen in Staunen: „Wie klein doch die Welt ist!" Der Abend klang im „Ponte Luna" - einem Treffpunkt der Gemeinde Rubiera, durch ein Fest mit deutschen Produkten aus, welche die Neulinger Gäste mitgebracht haben. Besonders die Bratwürste von der Metzgerei Dingler in Göbrichen fanden dabei reisenden Absatz.

Früh ging es am nächsten Tag nach Cervia an die Adria. Einen ganzen Tag lang wurde „sole" und das „dolce vita" am Stand von Pinerella genossen und so manche Jugendliche ließen es sich nicht nehmen, mit den Händlern am Stand um ein Mitbringsel zu feilschen.?

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Themas „Europa". Im Info-Center „Europa Direct Carrefour" in Reggio Emilia, erfuhr man in einem Workshop welche Ereignisse, Hintergründe und politischen Entscheidungen den Gedanken des gemeinsamen Europas entstehen ließen. Besonders beeindruckte dabei ein Film, welcher von Jugendlichen aus den verschiedensten Ländern der Europäischen Union gemeinsam gestaltet wurde. Bei einem anschließenden Wettspiel wurde nochmals auf die Ereignisse eingegangen. In der Provinzhauptstadt Reggio Emilia klang nach einem Besuch im Museum, im Rathaus der Tag aus.

Modena hieß das Ziel am folgenden Tag. Bei einem Stadtrundgang konnte viel über die Geschichte dieser Stadt erfahren werden. Vor allem der Dom „San Geminiano", der 88m hohe Campanile - „Torre Ghirlandina", die "Synagoge von Modena" an der Piazza Mazzini und der „Palazzo Comunal", beeindruckte die Besucher.

Auf dem Sportgelände „Via Mari" erholte man sich am Nachmittag von den Eindrücken in Modena, bevor am Abend das Verabschiedungsfest auf der „Via Emilia" gefeiert wurde. Hierbei nahmen alle Familien und Freunde des Jugendaustausches und der Partnerschaft teil. So feierte die große „europäische Familie Neulingen-Rubiera" miteinander bei Klängen der Musikkapelle ihre jahrzehntelange Freundschaft und Verbundenheit bis tief in die Nacht hinein.

Bürgermeisterin Lorena Baccarani würdigte in ihrer Schlussrede nochmals die Wichtigkeit dieser Partnerschaft für die Gemeinde Rubiera und bedankte sich bei allen, welche sich mit Mühe und Arbeit ehrenamtlich eingebracht haben. Heinrich Furrer dankte den gastgebenden Familien, der Gemeinde Rubiera, dem Neulinger Betreuerteam Oliver Bee, Daniela Freudenberg, Thomas Leicht, Natalie Hofsäß, Christian Siber und Julian Herold, der die ganze Zeit als Dolmetscher engagiert war sowie den beiden Ehrenbürgern von Neulingen, Anna und Paolo Avanzi, für die Organisation. Er lud alle zum nächsten Jugendaustausch 2014 nach Neulingen ein.

Beim gemeinsamen Singen der Europahymne entrollten die Neulinger Jugendlichen ein großes Transparent mit der Aufschrift „Grazie Rubiera 2013", welches von dem Ehrenbürger in Rubiera, Karl Spörr, gestaltet wurde, welcher extra zum Abschlussfest, mit seiner Ehefrau und Karl-Wilhelm Elsäßer mit seiner Frau, angereist war.

Herzlich und tränenreich war der Abschied am nächsten Morgen, als es hieß: „arrivederci Rubiera". Mit vielen positiven Eindrücken, mit vielem Neuen und vor allem mit vielen Freundschaften und dem Versprechen sich wieder zu sehen, traten die Neulinger die Heimreise an.

Diese Webseite verwendet ausschließlich technisch notwendige Cookies. Wenn Sie diese Webseite benutzen, erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.

Schließen