Aus der Gemeinderatssitzung

Quasi vor der Haustüre der Firma Koch (weißes Firmengebäude) könnte links der Kreisstraße 4531 das Gewerbegebiet „Wolfsbaum“ erweitert werden. Im Hintergrund links befindet sich die Firma Kunzmann.

Gewerbegebiet „Wolfsbaum“ soll erweitert und GVV-Flächennutzungsplan soll ergänzt werde.

Die Firma Koch, Maschinentechnik, mit Werken in Ispringen und im Neulinger Ortsteil Göbrichen ist an die Gemeindeverwaltung herangetreten, weil sie eine zeitnahe Erweiterungsmöglichkeit im Göbricher Gewerbegebiet „Wolfsbaum“ benötigt. Darüber informierte Bürgermeister Micheal Schmidt in der jüngsten Sitzung den Gemeinderat. Wie die Firma Koch darlegt, kommt aus betrieblichen und logistischen Gründen nur eine Erweiterung am bestehenden Standort in Betracht. Als Beispiel dafür wurde die Fertigung von großen Trocknungsanlagen genannt, die sich nur in einer Art Fließbandproduktion herstellen lassen. Jeder Arbeitsprozess baue hintereinander auf dem anderen auf. Bei räumlich getrennten Produktionsanlagen würden unter anderem redundantes Personal, Arbeitsmittel, Büros, Kontrollstellen, Versand- und Lagerplätze doppelt gebraucht.

Ein solcher Produktionsprozess wäre unwirtschaftlich und mit deutlich höheren Kosten verbunden, so die Firma Koch. Daher wäre die Verlagerung eines Teils des Betriebs in ein künftiges Gewerbegebiet östlich der Kreisstraße 4531 Ispringen – Göbrichen nichts. Dort ist in der jüngsten Fassung des Flächennutzungsplanes vom März dieses Jahres ein Interkommunales Gewerbegebiet (IKG) aufgenommen, das die Gemeinden Neulingen, Ölbronn-Dürrn und Kieselbronn im Rahmen des Gemeindeverwaltungsverbandes Neulingen in Zukunft gemeinsam erschließen wollen. Wie die Firma Koch weiter argumentiert, verzeichnet sie zweistellige Zuwächse. Sie will deshalb nicht nur den heutigen Bedarf decken, sondern auch über mehrere Jahre hinweg in die Zukunft planen können. Deshalb habe sie Interesse, im Süden ihrer bestehenden Fabrikanlage zu erweitern.

Auch dort hat der Flächennutzungsplan schon Vorkehrungen für eine Erweiterung mit der Ausweisung einer „langfristigen Potentialfläche“ in der Größenordnung von etwa drei Hektar getroffen. Wie Schmidt ergänzend ausführt hat auch die an diese Fläche angrenzende Firma Kunzmann ein starkes Interesse an der Sicherung ihres Standorts und damit verbunden an einer langfristigen Erweiterungsmöglichkeit. In Vorgesprächen, so Schmidt, haben der Regionalverband Nordschwarzwald, das Regierungspräsidium Karlsruhe sowie das Landratsamt Enzkreis signalisiert, dass eine Erweiterung des dortigen Gewerbegebietes um etwa 1,5 Hektar (etwa die Hälfte der Potentialfläche) denkbar wäre, ohne gleichzeitig die Fläche für das geplante IKG zu reduzieren. Der Gemeinderat stimmte dieser Erweiterung des Gewerbegebietes „Wolfsbaum“ zu. Er ermächtigte gleichzeitig die Verwaltung, die 6. Fortschreibung des Flächennutzungsplanes zu beantragen, Gespräche mit Grundstückseigentümern über ihre Verkaufsbereitschaft zu führen und die notwendigen Planungsleistungen zu vergeben.

Kriminalität in Neulingen

Die registrierten Kriminalfälle in der Gemeinde Neulingen sind 2017 entsprechend dem Trend im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe gegenüber dem Vorjahr von 120 Fällen auf 110 Straftaten zurückgegangen. Über diese positive Entwicklung konnte Polizeihauptkommissar Reinhold Wilser bei der Gemeinderatssitzung berichten. Durch die Aufklärung von 55 Fällen habe man mit rund 50 Prozent eine gute Aufklärungsrate erreicht.

Zurückgegangen sind Wohnungseinbrüche von elf auf sieben Fälle. Davon waren sechs Fälle Einbruchsversuche, bei denen nichts entwendet wurde. Zwei Einbrüche konnten aufgeklärt werden. Die Diebstähle gingen von 42 auf 30 Delikte zurück. Darunter waren zehn einfache und 20 schwere Diebstähle. Fünf Fälle konnten aufgeklärt werden. Angestiegen war die Zahl der Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen von null im Jahr 2016 auf neun Fälle im Jahr 2017. Die Sachbeschädigungen sind um vier Delikte auf 30 Fälle angestiegen. Auch bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz sind Fallzahlen um sechs Delikte auf neun Straftaten gestiegen.

Bewirtschaftungsplan 2019 für den Gemeindewald

Revierförster Martin Schickle legte dem Gemeinderat den Bewirtschaftungsplan 2018 für den Neulinger Gemeindewald vor. Für das kommende Jahr sind Einnahmen, hauptsächlich durch den Holzverkauf, in Höhe von 149.000 Euro eingeplant. Diesem Betrag stehen 138.000 Euro an Ausgaben gegenüber, so dass mit einem Überschuss in Höhe von 18.000 Euro gerechnet werden kann. Das ist deutlich weniger als im Schnitt der vergangenen Jahre. Im letzten Jahr konnte dazu noch ein Rekordergebnis mit einem Überschuss in Höhe von 123.000 Euro erzielt werden, das allerdings durch Abgrenzungsposten etwas begünstigt war, sagte Schickle.

Er rechnet im kommenden Jahr wegen der Trockenheitsschäden mit geringeren Holzpreisen beim Verkauf. Vor allem wegen des höheren Angebotes, bedingt durch den Borkenkäferbefall, sei der Erlös für Nadelholz auf dem Markt eingebrochen. Höhere Ausgaben entstehen bei den Erntekosten, die mit 66.000 Euro eingeplant wurden, sowie bei der Nachpflanzung von Kulturen mit Eichen und Douglasien, die wegen der Trockenheit nicht gewachsen sind. Der Waldschutz wird auch mehr Aufwand erfordern. Gegen den Schwammspinner muss Vorsorge getroffen werden, da bereits Gelege an Baumstämmen gesichtet worden sind. Schickle wies auf die Schadenslage durch den Schwammspinnerbefall in den Jahren 1994/1995 hin, als am Eichelberg und im Stromberggebiet im August ein Kahlfraß stattfand, von dem sich viele Laubbäume nicht mehr erholen konnten.

Im Neulinger Wald gibt es manche kleinen Feuchtbiotope, die beispielsweise bei nasser Witterung auch in den tiefen Spurrillen der Holzrückefahrzeuge entstanden sind. Unter anderem werden dort Salamander und Bergmolche gesichtet. Für den Erhalt und die Erweiterung dieser Feuchtgebiete sollen unter der Haushaltsstelle „Erholungs- und Schutzfunktion“ ebenfalls Mittel bereitgestellt werden. Der Gemeinderat stimmte dem Forstwirtschaftsplan 2019 zu.

Künftig Erdgas mit zehnprozentigen Biogasanteil für die Gemeindegebäude

Die Gemeinde Neulingen verwendet für die Beheizung ihrer Gemeindegebäude die Energiequellen Gas, Strom sowie Hackschnitzel und Pellets. Der größte Gasverbraucher ist die Gräfin-Rhena-Halle in Bauschlott mit rund 372.000 kWh im Jahr. Der gesamte Gasverbrauch bei 23 Abnahmestellen betrug 2017 rund 1,5 Millionen kWh. Der bisherige Gaslieferant hat den Gasliefervertrag zum Jahresende gekündigt, so dass per Preisabfragen neu ausgeschrieben werden muss. Zur Förderung des Umweltschutzes empfahl die Verwaltung, dass das künftige Heizgas für die Gemeindegebäude einen zehnprozentigen Anteil aus Biogas, das aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, enthalten soll.

Ein Preisvergleich zeigt, dass das herkömmliche Erdgas 79.000 Euro kostet. Mit einem Biogasanteil von zehn Prozent steigt der Preis auf 88.000 Euro. Bei 100-prozentigem Biogas würden die Kosten vergleichsweise auf 150.000 Euro steigen. Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung die Belieferung von Erdgas mit einem zehnprozentigen Biogasanteil auszuschreiben und Lieferverträge mit einer Dauer von mindestens 24 Monaten abzuschließen.

350.000 Euro für die Mitverlegung von Leerrohren

Die Deutsche Telekom baut in allen drei Neulinger Ortsteilen ihr vorhandenes Kabelnetz so aus, dass sie über das sogenannte „Vectoring-Verfahren“ jedem Kunden eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s anbieten kann. In diesem Zusammenhang besteht für den Zweckverband „Breitbandversorgung im Enzkreis“ die Möglichkeit, Breitbrandinfrastruktur mitverlegen zu lassen, sofern die Gemeinde die Haushaltsmittel hierfür bereitstellt, informierte Bauamtsleiter Ralf Kilgus den Gemeinderat.

Dies bedeutet, dass Lehrrohre verlegt werden, in die später Glasfaserkabel zum Aufbau eines FTTB-Netzen bis an die Grundstücksgrenzen eingezogen werden können. Die gesamte Mitverlegungsstrecke beträgt rund 2.400 Meter. Auf Vorschlag der Verwaltung beschloss der Gemeinderat, dass im kommenden Jahr 350.000 Euro für die Leerrohrverlegung in den Haushalt eingestellt werden. Die Entscheidung über die Auftragsvergabe muss seinerzeit durch die Verbandsversammlung des Zweckverbandes getroffen werden.

Auftragsvergaben für Umbau und Sanierung Kindergarten Südweg

Für den Umbau und die Sanierung des Kindergartens Südweg 3 in Göbrichen wurden folgende Gewerke an die Handwerksfirmen vergeben:

Sanitär- und Heizungsinstallation
Firma G & M Giuseppe Giglia, Neulingen     92.000 Euro

Elektroarbeiten
Firma Elektro A & S, Pforzheim                      79.000 Euro

Blitzschutzarbeiten
Firma Blitzschutz Peter, Karlsruhe                  13.800 Euro

Schlosserarbeiten Los 1
Firma Schuler, Pforzheim                                 71.500 Euro

Schlosserarbeiten Los 2 und 3                     154.300 Euro
Firma Stoll, Ispringen

Text und Foto: Schott

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Im Bürgerbüro - untergebracht in der Schloßstraße 2 - finden Sie neben den Dienst­leistungen der Gemeinde­ver­waltung auch ein breitgefächertes Angebot öffentlicher und privater Unternehmen.


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