Aus der Gemeinderatssitzung
Sicherung der Nahversorgung hat neuen Schwung erhalten In der ersten Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause konnte am Ende zweier Tagesordnungspunkte Bürgermeister Michael Schmidt erfreut feststellen: „Dies ist eine gute Weichenstellung für die Nahversorgung und den Sport“. Der Gemeinderat nahm den neuesten Planentwurf der EDEKA Handelsgesellschaft Südwest zur Erweiterung des Bauschlotter Edeka-Marktes positiv zur Kenntnis. Gleichzeitig wurden die Weichen für die Verlagerung der Tennisanlage und die Sanierung der Bauschlotter Fußballanlage gestellt. Die Sicherung der Nahversorgung für Neulingen und das Sportgelände stehen im engen räumlichen Zusammenhang. Planungsrechtlich gesehen muss der Einkaufsmarkt bei Erweiterung im Nahbereich der Wohnbebauung bleiben. Dies kann aber nur geschehen, wenn das angrenzende Tennisareal mit in Anspruch genommen werden kann. Zunächst war eine neues „Sportzentrum Kändel“ in der Planung. Grunderwerbsfragen und Kosten haben das Projekt zunächst gestoppt. Wie Bürgermeister Schmidt und Bauamtsleiter dem Gemeinderat jetzt berichtete, ergab Ende August eine Besprechung mit der EDEKA Handelsgesellschaft, dass sie den Bauschlotter Edeka-Markt zeitnah erwerben und auf rund 1.700 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößern will. Dazu müssen von der Gemeinde Neulingen 6.400 Quadratmeter angrenzende Fläche erworben werden. Diese erstreckt sich im Wesentlichen auf die Parkplätze und die Fläche der Tennisanlagen. Die Erweiterung zieht sich Richtung Norden bis in die Schwalbenstraßenzufahrt zum Sportgelände und zur alten Gemeindehalle hinein. Deshalb muss dafür noch nach einer Betriebszufahrt gesucht werden. Der erweiterte Einkaufsmarkt legt seine neuen Parkplätze im Osten in Richtung B 294 an. Die Sportanlagen des FC Bauschlott sind nach der jetzigen Entwurfsplanung nicht direkt tangiert. Tennisanlage wird im Gewann „Kändel“ neu gebaut Die Tennisanlage soll in das Gewann „Kändel“ am Ortsausgang von Bauschlott in Richtung Landesstraße nach Nußbaum verlagert werden. Dies bedeute, so Bauamtsleiter Kilgus, dass die beiden Bebauungsplanverfahren „Nahversorgung Bauschlott“ und „Sportzentrum Kändel“ nun zügig durchgeführt werden müssen. Ideal wäre, wenn man mit den Bauarbeiten für die Tennisanlage im Mai 2016 beginnen und die alte Tennisanlage im darauffolgenden November abreißen könnte. 2017 könnte dann der Tennisverein seine neue Anlage nutzen. Sanierung der Sportplatzanlage in Bauschlott Nachdem nun feststeht, dass die beiden Sportanlagen des FC Bauschlott von der geplanten Erweiterung des Edeka-Einkaufsmarktes nicht unmittelbar betroffen sind, konnte der Neulinger Gemeinderat Entscheidungen zur Sanierung des großen Spielfeldes und des Kleinspielfeldes treffen. Es wird davon ausgegangen, dass die Sportanlagen am jetzigen Standtort mindestens für die nächsten 15 bis 20 Jahre genutzt werden. Das Gremium rang in einer tiefgreifenden Diskussion um die besten Lösungen für den Fußballverein, die gleichzeitig mit einem vertretbaren Kostenaufwand verwirklicht werden können. Alternativen bei der Beratung waren Rasenfläche, Kunstrasenfläche oder Hybridrasenfläche (Rasen und Kunstrasen kombiniert). So wird nun das Großspielfeld bis in die Tiefe saniert und wieder als Rasenspielfeld angelegt. Der Unterbau erhält eine bisher nicht vorhandene Drainage. Das Kleinspielfeld erhält eine Kunstrasen-Spielfläche und wird nicht erweitert. Die Verlagerung der Tennisanlage in das Gewann „Kändel“ war schließlich der dritte Beschluss des Abends in Sachen Sportanlagen. Als Grundlage für diese Entscheidungen diente eine Sanierungsplanung des Landschaftsarchitekten Edgar Schwab, die in Abstimmung mit dem FC Bauschlott erstellt wurde. Für das Großspielfeld als Rasenspielfeld sind neben der Drainage, eine Beregnungsanlage, neue Barrieren, Verlagerung der Spielüberdachungen auf die Ostseite und die Reduzierung des Birkenbestandes wegen zu starken Feuchtigkeitsentzuges an der Spielfläche vorgesehen. Für das marode Kleinspielfeld wurde eine Erweiterung angedacht, die allerdings aus Platzgründen doch nicht auf die geforderte Turniergröße hätte ausgedehnt werden können. Die Verwaltung legte dem Rat als Entscheidungshilfe Kostenberechnungen vor, gegliedert nach „Bausteinen“. Die Sanierung des Rasengroßspielfeldes ist mit 314.000 Euro veranschlagt. Die Sanierung des Kleinspielfeldes mit Kunstrasen soll 220.000 Euro kosten. Hätte man das Kleinspielfeld von jetzt 64 x 30 Meter auf 66 x 35 Meter für Jugendturniere (bis D-Jugend, 7er Mannschaften) erweitert, wären 325.000 Euro notwendig gewesen. Beim Erweitern auf Turniergröße für Jugendspiele von 66 x 37 Meter hätte die Gemeinde nochmals 100.000 Euro drauflegen müssen. Eine Erweiterung auf volle Turnierlänge mit Sicherheitsraum von insgesamt 68 Metern wurde schon gar nicht mehr in Betracht gezogen, weil dann die Regenwasserzisterne und Technikschächte hätten verlegt werden müssten, so Bauamtsleiter Ralf Kilgus. Während der Sitzung signalisierte FC-Vorsitzender Alexander Spörr, dass – entgegen anderer Stimmen - ein Kunstrasen auf dem Kleinspielfeld von den Spielern gern genutzt werde. Angesichts der Kosten wäre die Erweiterung des Kleinspielfeldes den Bürgern nicht zu vermitteln gewesen. Diese Aussage des Vereinsvorsitzenden erleichterte dem Gemeinderat die obengenannten Entscheidungen. Erfreuliche Nachrichten bei den Gemeindefinanzen „Das sind erfreuliche Nachrichten bei den Gemeindefinanzen“, sagte Bürgermeister Michael Schmidt zum Ergebnis des Finanzzwischenberichtes 2015. Gemeindekämmerer Rolf Elsäßer legte dem Gemeinderat eine Vorausschau auf die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben in diesem Haushaltjahr vor. Es zeichnen sich bei den wichtigsten Einnahmen der Gemeinde voraussichtlich Mehreinnahmen in Höhe von 650 000 Euro ab, bedingt durch die gute Entwicklung bei der Gewerbesteuer. Umgekehrt erhöht sich dadurch die Gewerbesteuerumlage, so dass unterm Strich davon noch 520 000 Euro übrig bleiben. Auch der Verkauf der Bauplätze im Neubaugebiet „Göbricher Pfad“ hat erhebliche Auswirkungen auf den Haushalt. Dort konnten bereits die meisten Bauplätze verkauft werden, mit einem Erlös von rund 3,1 Millionen Euro. Bis zum Jahresende könnten nochmals fast 900 000 Euro dazu kommen. Dazu kommen nicht eingeplante Bauplatzerlöse aus den Baugebieten „Am Rain“ und „Straßengärten-Erweiterung“. Insgesamt kommen so dieses Jahr bisher 2,1 Millionen Euro mehr in die Gemeindekasse. Bei der Wasserversorgung wird dank des höheren Wasserverbrauches im heißen Sommer mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis gerechnet. Auch beim Abwasser ist nicht mit Planabweichungen zu rechnen. „Seit vielen Jahren ist das nun ein gutes Potential für die Entwicklung der Gemeinde“, bemerkte Bürgermeisterstellvertreter Heinrich Furrer zu dieser Entwicklung. Er fügte aber auch hinzu, dass dies mit Blick auf die Grundstückerlöse nur „Einmaleffekte“ sind, die sinnvoll genutzt werden müssten. Herbstferienbetreuung für Schulkinder Die Elternbefragung in den vergangenen zwei Jahren ergab, dass Nachfrage für ein Betreuungsangebot für Kinder der fünften und sechsten Klasse während der Schulferien besteht. Wie Bürgermeister Michael Schmidt dem Gemeinderat berichtet, wäre es möglich, für den kurzen Zeitraum der Herbstferien vom 2. Bis 5. November in allen drei Horteinrichtungen der Gemeinde Neulingen eine Betreuung anzubieten. Sollte sich dieses Betreuungsangebot etablieren, so der Bürgermeister, müsse die bestehende Personalausstattung der Horteinrichtungen überprüft werden. Stellenplanrelevante Personalausweitungen seien allerdings durch die Erweiterung des Betreuungsangebotes nicht erforderlich. Die Eltern der Kinder in den Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen werden umgehend von diesem Probelauf informiert. Gleichzeitig soll abgefragt werden, für welchen Personenkreis dieses Angebot im kommenden Jahr interessant ist.