Aus der Gemeinderatssitzung
Grundschule Göbrichen: Neue Räume für die Hortbetreuung und Brandschutzmaßnahmen „Das war Just-in-Time, das war eine Punktlandung“. Dieses begeisterte Lob von Bürgermeister Michael Schmidt ging an Architekt Herbert Suedes (Remchingen), an die Neulinger Bauverwaltung und vor allem auch an die bei den Umbaumaßnahmen beteiligten Handwerker. Die erste Sitzung des Neulinger Gemeinderates nach der Sommerpause begann auf der neuen stählernen Fluchttreppe an der Göbricher Grundschule. Diese Treppe und einige andere bauliche Veränderungen konnten dank der gründlichen Vorbereitungen des Architekten und von Ortsbaumeister Ralf Kilgus sowie der pünktlichen Bauausführungen der einzelnen Firmen innerhalb der Schulferien abgeschlossen werden. Ausgangslage war, so Bürgermeister Schmidt, der Raumbedarf für den Ausbau der Kernzeit- und Hortbetreuung im Ortsteil Göbrichen sowie die Verbesserung von Brandschutzmaßnahmen, insbesondere die Herstellung eines zweiten Rettungsweges im Brandfall. Schon 2003 wurde für die Mittagessenausgabe ein ehemaliges Klassenzimmer im Untergeschoss der Grundschule umgerüstet. Zusätzlich wurde später das Religionszimmer in die Schulkinderbetreuung mit einbezogen. Bei schlechtem Wetter musste außerdem der Mehrzweckraum der Schule in Beschlag genommen werden. Um von den Schulräumen unabhängig ausreichend Platz für die nachmittägliche Betreuung der etwa 40 Schüler zu haben, beschloss im vergangenen Herbst der Gemeinderat die Wohnung im Erdgeschoss des ehemaligen Lehrerwohnhauses mit einzubeziehen. Eine sinnvolle Verbindung zwischen Mensa und Betreuungsraum im Untergeschoss der Schule und der stark höhenversetzen Wohnung war notwendig. Architekt Suedes löste dies mit einem Mauerdurchbruch in den Keller des Lehrerwohnhauses und einer ansprechend gestalteten Wendeltreppe in die jetzigen Horträume im Erdgeschoß. Hier stehen nun zusätzlich vier renovierte ehemalige Wohnräume für die unterschiedlichen Aktivitäten der Hortbetreuung zur Verfügung. Weitere Wanddurchbrüche an den Schulaußenwänden waren notwendig, damit man im Ernstfall direkt ins Freie gelangen kann. Für die Flucht aus dem Obergeschoß wurde auf der Südseite eine stählerne Außentreppe angebaut. Einige Türen wurden durch feuerfeste Stahltüren ersetzt, Rauchmelder, Kennzeichnung der Fluchtwege und eine Notbeleuchtung waren weitere Maßnahmen für die Sicherheit der Schüler. Architekt Suedes beziffert Baukosten mit rund 200.000 Euro. Vom Ratsgremium gab es zu dieser Ferienbaumaßnahme auch nur positive Stellungnahmen. Kriminalstatistik 2015 wurde vorgestellt „Das ist die beste Kriminalstatistik seit 2003“. Diesen Satz konnte Polizeihauptkommissar Reinhold Wilser, der Leiter des Polizeipostens Kieselbronn, im Gemeinderat seinem Bericht über die Entwicklung der Straftaten in Neulingen voranstellen. Bis zum Jahr 2003 zurück standen Wilser die Kriminalstatistiken zur Verfügung. Im Jahr 2014 wurden noch 183 Kriminalfälle registriert. 2015 waren es mit 127 Straftaten, also 56 Fälle weniger. 57 Fälle konnten aufgeklärt werden. Das hängt auch mit einer Betrugsserie in 2014 zusammen, die erledigt ist. Im Trend gingen die Delikte beim einfachen und schweren Diebstahl, bei Vermögens- und Fälschungsdelikten und bei Sachbeschädigungen deutlich zurück. Beim Wohnungseinbruchdiebstahl stieg die Zahl von elf auf 15 Fälle. Nur einer konnte aufgeklärt werden. Im Jahr 2013 war mit 30 Wohnungseinbrüchen die Zahl der Delikte noch doppelt so hoch. Seitens der Polizei sei eine bessere Vernetzung entstanden. Auch wurden mehr Fußstreifen möglich, was eventuell zu einer Verringerung der Einbrüche habe beitragen können. Wilser kann nur immer wieder raten, alles zu unternehmen, um den Einbrechern das Eindringen in das Gebäude zu erschweren. Wenn den Tätern der Einbruchsversuch zu lange dauert, würde im Landesdurchschnitt bei 45 Prozent der Fälle der Versuch aufgeben. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle könne vor Ort Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen machen. Auch ein Gebäude bewohnbar aussehen zu lassen, sollte man vor allem in den Abendstunden nicht vergessen. Die übliche Straßenkriminalität, wie Schlägereien oder Fahrraddiebstelle halte sich in Grenzen, so Wilser weiter. Von den 56 als Tatverdächtige gestellten Personen, waren 43 Erwachsene, fünf Heranwachsende, zwei Jugendliche und sechs Kinder. Bei den Kindern ging es um Klopfereien mit Gleichaltrigen oder Ladendiebstahl. 45 Personen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, elf waren Nichtdeutsche. Aus Südosteuropa kommt ein großer Teil dieser Gruppe. Reinhold Wilser wies darauf hin, dass der Info-Bus „K-Einbruch“ des Landeskriminalamtes am Mittwoch, 16. November nach Neulingen kommt. Vor dem alten Rathaus am Anger in Bauschlott kann man sich von 10.00 bis 17.00 Uhr über die verschiedenen Möglichkeiten zur Einbruchsicherung am Haus informieren. Terminvereinbarung mit Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle am besten per Mail: karlsruhe.pp.praevention.pforzheim@polizei.bwl.de Telefon: 07231 186-1260 Weitere Beratungspunkte Bei der routinemäßigen Baumkontrolle durch einen Baumsachverständigen wurde bei Bohrwiderstandsmessungen festgestellt, dass auf dem Bauschlotter Anger einige der dortigen Walnussbäume große Baumschäden aufweisen. Zum Teil sind sie nicht mehr verkehrssicher. Vor dem Straßenfest wurde bei zwei Bäumen ein deutlicher Kronenrückschnitt vorgenommen. Es müssen aus Verkehrssicherheitsgründen aber auch Walnussbäume gefällt werden. Die Verwaltung wird im Rahmen der Planung für einen Partnerschaftsplatz auf dem Anger, einen generellen Vorschlag für eine zukunftsfähige Baumbepflanzung auf dem Bauschlotter Anger ausarbeiten. Im Zuge des Neubaus der Tennisanlage Kändel wird die Straßenbeleuchtung bis dorthin verlängert. Aus Richtung Göbricher Straße wird eine Gasleitung entlang des dortigen Weges zum neuen Vereinsheim verlegt. In den gleichen Baugraben wird das Straßenbeleuchtungskabel eingelegt. Durch die Schotterung des Kabelgrabens, kann diese Fläche auch zum Ausweichen für PKWs genutzt werden. Rund 15.000 Euro kostet die Erweiterung mit vier neuen LED-Straßenlampen. In der Gräfin-Rhena-Halle wird die Hallenbeleuchtung saniert. Neben der Umstellung auf LED-Leuchten wird auch eine neue Schalttechnik die notwendige Dauer der Hallenausleuchtung deutlich reduzieren. So können die jährlichen Stromkosten für die Beleuchtung von 7.000 Euro auf 1.700 Euro gesenkt werden. Dies bedeutet, dass neben dem Stromsparen auch die Amortisationszeit für die notwendigen Investitionen verkürzt wird. Die Kostenberechnung geht von 90.000 Euro (brutto) Planungs- und Sanierungskosten aus. Durch das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz erhält die Gemeinde einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 48.000 Euro. Der Gemeinderat billigte die Ausführungsplanung für den Parkplatz an der Brettener Straße 4 am Ortsausgang Richtung Bretten. Es sind drei Bauabschnitte vorgesehen. BA 1 beinhaltet eine neue Zufahrt zum Parkplatz auf dem Abbruchgrundstück und den Bau von 10 Stellplätzen. BA 2 bringt weitere zehn Parkplätze auf dem abgesenkten Gelände des jetzigen Parkplatzes. Alles wird wasserdurchlässig ausgebaut. Später kann in der östlichen Verlängerung noch eine dritte Fläche für weitere neun Parkplätze genutzt werden. In diesem Zusammenhang hat Gemeinderat Christoph Straub angeregt, dass in Neulingen – auch im Blick auf die Anreise von Personen aus den Partnergemeinden mit dem Wohnmobil – einige Stellplätze mit den erforderlichen Versorgunganschlüssen angelegt werden. Die neue Hundesportanlage im Bereich des Bebauungsplanes „Sondergebiet Hundesport“ in Bauschlott soll mit Schmutzwasserkanal und Wasserversorgungsleitung erschlossen werden. Die Erschließung erfolgt aus den in der Zufahrt zum Häckselplatz/Recyclinghof liegenden Versorgungleitungen. Rund 21.000 Euro kosten die Erschließungsmaßnahmen.